Wichtig! Die 112 rufst du bei Feuer, Unfall und medizinischen Notfällen, die 110 bei Straftaten und Bedrohungen.
- Nenne zuerst den genauen Ort, den Rest fragt die Leitstelle ab
- Leg erst auf, wenn die Leitstelle das Gespräch beendet
- Wer nicht sprechen kann, setzt den Notruf über die App nora ab
Die Feuerwehrnummer wählst du bei Bränden, Unfällen und medizinischen Notfällen, die Polizei bei Straftaten, Bedrohungen und akuten Gefahren. Wer einen Notruf absetzen muss, braucht sich keine Formel zu merken, denn die Leitstelle fragt alles Wichtige ab. Entscheidend sind zwei Dinge: ruhig den Ort nennen und nicht auflegen, bis die Leitstelle das Gespräch beendet. Wer nicht sprechen kann, erreicht Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst über die offizielle Notruf-App nora.
112, 110 oder 116 117: welche Nummer wann
Die Unterscheidung ist einfacher, als viele denken. Laut Polizeilicher Kriminalprävention gilt diese Aufteilung.
| Nummer | Wofür |
|---|---|
| 112 | Feuer, Unfall, Herzinfarkt, Schlaganfall, schwere Verletzungen, allergischer Schock |
| 110 | Straftaten, Bedrohungen und akute Gefahrensituationen |
| 116 117 | ärztlicher Bereitschaftsdienst bei dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden |
Bist du unsicher, ob es ernst ist, ist die 112 richtig, sobald eine ernste Gefahr nicht ausgeschlossen werden kann. Die 112 funktioniert europaweit in 44 Ländern, vom Festnetz wie vom Handy. Ruft jemand über das Handy an, kann der Standort automatisch an die zuständige Leitstelle übermittelt werden.
Die W-Fragen der Leitstelle
Die Leitstelle ist mit geschultem Personal besetzt, das die wichtigen Informationen gezielt abfragt. Bekannt sind die fünf W-Fragen, die die Polizei so formuliert.
- Wo ist etwas passiert?
- Wer ruft an?
- Was ist geschehen?
- Wie viele Personen sind betroffen oder verletzt?
- Warten auf Rückfragen.
Am wichtigsten ist die erste Frage. Nenne Ort, Straße, Hausnummer und Stockwerk, auf Straßen auch Fahrtrichtung und Kilometerangaben. Manche Leitstellen haben das Schema inzwischen vereinfacht und fragen den Rest selbst ab. Die Feuerwehr Offenbach etwa bittet Anrufer nur noch, die 112 zu wählen und den genauen Ort zu nennen.
Der genaue Ort ist die wichtigste Angabe, alles andere fragt die Leitstelle nach.
Warum du nicht auflegen solltest
Beende das Gespräch erst, wenn die Leitstelle keine Fragen mehr hat. Oft läuft die Alarmierung der Einsatzkräfte schon, während du noch sprichst. Die weiteren Fragen verzögern die Hilfe also nicht, sie machen sie genauer.
In bestimmten Lagen bekommst du am Telefon außerdem Anleitungen zur Ersten Hilfe, bis Rettungsdienst oder Notarzt eintreffen. Das kann bei einem Herzstillstand entscheidend sein. Lass das Handy deshalb auf Lautsprecher, wenn du beide Hände brauchst. Folge den Anweisungen auch dann, wenn du dich unsicher fühlst. Die Person in der Leitstelle ist darauf geschult, Laien Schritt für Schritt durch eine Herzdruckmassage oder die stabile Seitenlage zu führen.
Notruf ohne Sprechen: die App nora
Nicht jeder kann in einer Notlage sprechen, etwa wegen einer Hör- oder Sprachbeeinträchtigung oder weil ein Täter in der Nähe ist. Dafür gibt es die Notruf-App nora der Bundesländer.
- Die App verbindet dich überall in Deutschland mit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst.
- Dein Standort wird an die zuständige Leitstelle übermittelt, auch wenn du selbst nicht weißt, wo du bist.
- Du kannst Notrufe ohne zu sprechen absetzen.
Die App ist eine zusätzliche Möglichkeit, die bisherigen Notrufwege gelten weiter. Richte sie in Ruhe ein, bevor du sie brauchst, denn im Ernstfall fehlt die Zeit für eine Registrierung.
Weitere Nummern, die du kennen solltest
Neben 110 und 112 lohnt es sich, zwei weitere Nummern zu kennen. Den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichst du unter 116 117, vor allem außerhalb der Praxiszeiten. Bei Verdacht auf eine Vergiftung helfen die Giftnotrufzentren rund um die Uhr, ihre Nummern sind regional verschieden.
Speichere die wichtigsten Nummern im Handy und leg sie für ältere Angehörige neben das Festnetztelefon. Sprich mit ihnen dabei auch über Schockanrufe falscher Polizisten, denn die 110 im Display beweist nicht, dass wirklich die Polizei anruft. Wie du dich unterwegs sicherer bewegst, erklärt unsere Seite zur persönlichen Sicherheit. Für den nächtlichen Heimweg helfen außerdem Sicherheits-Apps.
Was passiert bei einem Fehlalarm?
Wer in gutem Glauben anruft und sich irrt, muss nichts befürchten. Strafbar ist nach § 145 StGB nur, wer absichtlich oder wissentlich Notrufe missbraucht oder einen Unglücksfall vortäuscht. Das Gesetz sieht dafür Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr vor.
Die Unterscheidung ist wichtig, weil viele aus Angst vor einem Irrtum zögern. Die Polizei sagt es deutlich: Auch bei unklarer Lage ist die 112 richtig, wenn eine ernste Gefahr nicht ausgeschlossen ist. Das gilt auch, wenn du auf der Straße einen Angriff beobachtest, denn bei Zivilcourage ohne eigenes Risiko ist der Anruf bei der 110 oft die wirksamste Hilfe.
FAQ
Kann ich ohne Guthaben oder SIM-Karte einen Notruf absetzen?
Die 112 ist vom Festnetz und vom Handy aus erreichbar. Ob ein Handy ohne SIM-Karte einen Notruf aufbauen kann, hängt von Gerät und Netz ab, verlass dich im Zweifel nicht darauf.
Was soll ich sagen, wenn ich den Ort nicht kenne?
Beschreib, was du siehst, etwa Geschäfte, Haltestellen oder Autobahnschilder. Über das Handy kann der Standort zudem automatisch an die Leitstelle übertragen werden, die App nora übermittelt ihn ebenfalls.
Soll ich bei einem Einbruch 110 oder 112 anrufen?
Bei einer Straftat die 110. Ist jemand verletzt oder brennt es, die 112. Die Leitstellen leiten Notrufe untereinander weiter, falsch machen kannst du also wenig.
Muss ich meinen Namen nennen?
Die Frage nach dem Anrufer gehört zu den W-Fragen, damit die Leitstelle zurückrufen kann. Wichtiger als der Name ist aber, dass Ort und Lage klar sind.