Hapkido Techniken: Hebel, Würfe, Tritte und Waffen

Hapkido Techniken im Überblick: Warum Hebel das Markenzeichen sind, wie Würfe aus dem Gelenk entstehen, welche Tritte geübt werden und welche Stöcke dazukommen.

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Hapkido-Trainierende im Dobok führen einen Partner über einen Handgelenkhebel zu Boden

Wichtig! Hapkido stammt aus dem japanischen Daitō-ryū Aiki-jūjutsu. Hebel sind sein Markenzeichen, dazu kommen Würfe, Tritte und Schläge.

  1. Viele Würfe entstehen aus einem Gelenkhebel
  2. Hebel trainierst du wegen des Verletzungsrisikos langsam mit Partner
  3. Einige Stile unterrichten zusätzlich Stock, Schwert und Fächer

Hapkido-Techniken verbinden Gelenkhebel, Würfe, Tritte und Schläge zu einem System, in dem der Hebel die Hauptrolle spielt. Die koreanische Kampfkunst stammt aus dem japanischen Daitō-ryū Aiki-jūjutsu und teilt damit ihre Wurzeln mit dem Aikido. Anders als dort kamen im Hapkido viele Tritte hinzu, wie sie für koreanische Kampfkünste typisch sind. Einige Stile unterrichten zusätzlich den Umgang mit Stöcken, Schwert und Fächer.

Kreis, Umlenken, Kontrollieren

Alle Techniken folgen einer gemeinsamen Idee. Laut englischer Wikipedia betont Hapkido kreisförmige Bewegungen, das Umlenken von Kraft und die Kontrolle des Gegners. Statt Kraft gegen Kraft zu setzen, nutzt du Fußarbeit und Körperposition, um Hebelwirkung zu erzeugen.

Daraus folgen drei Grundsätze, die sich durch fast jede Technik ziehen.

  • Umlenken, indem der Angriff mitgenommen und in eine Kreisbewegung geführt wird
  • Distanz wechseln, mit Tritten auf Abstand und Hebeln und Würfen nah am Gegner
  • Kontrolle vor Schaden, weil sich ein Hebel dosieren lässt, bis der Partner aufgibt oder zu Boden geht

Woher die Techniken stammen

Die Entwicklung begann laut Wikipedia in den 1910er Jahren, als Korea unter japanischer Herrschaft stand. Der Koreaner Choi Yong-sul kam als Kind nach Japan und lernte dort nach eigener Aussage Daitō-ryū Aiki-jūjutsu bei Takeda Sōkaku. Diese Kunst wurde laut Wikipedia erst zum Ende des 19. Jahrhunderts durch Takeda öffentlich unterrichtet.

Nach dem Ende der Kolonialzeit kehrte Choi nach Korea zurück und eröffnete am 12. Februar 1951 in Daegu mit seinem ersten Schüler Suh Bok-sup eine Übungshalle. Ab 1953 lernte Ji Han-jae bei ihm, der für die Verbreitung des Hapkido besonders wichtig wurde. Unter dem Einfluss koreanischer Stile kamen mehr Tritte hinzu, und Hapkido entwickelte sich zu einer eigenständigen Kampfkunst.

Die Technikgruppen im Überblick

Der Lehrplan ist umfangreich, lässt sich aber in wenige Gruppen ordnen. Die koreanischen Namen hörst du im Training regelmäßig.

GruppeKoreanischWas dazugehört
HebelKkyeok GiHand-, Arm-, Bein- und Genickhebel
WürfeDeonjigiWürfe über Gelenkhebel, Hüft- und Schulterwürfe, Beinfeger
TritteBal Chagiim Stand, am Boden, im Sprung, auch zum Kopf und gedreht
HandtechnikenSu GisulSchläge und Stöße mit Faust und offener Hand
WaffenMugi SulKurz-, Mittel- und Langstock, Spazierstock, Schwert, Fächer
BodenarbeitWa Uul, Jwa SulAbwehr aus liegender und sitzender Position

Den Bodenkampf verdankt Hapkido laut englischer Wikipedia dem Einfluss des Judo. Viele dieser Gruppen fließen in der Selbstverteidigung zusammen, im Hapkido Hosin-sul genannt. Dort lernst du, auf Griffe, Schläge oder Stöcke mit einer Kombination aus Hebel, Wurf und Kontrolle zu antworten. Genau dieser Schwerpunkt trennt Hapkido und das olympische Taekwondo, in dem Hebel und Würfe im Wettkampf verboten sind.

Hebel: das Markenzeichen

Hebeltechniken sind das wesentliche Merkmal des Hapkido. Typisch sind Hand- und Armhebel, aber auch Beinhebel und Genickhebel. Weil sie ein hohes Verletzungsrisiko bergen, trainierst du sie zunächst in einfachen Partnerübungen, langsam und mit klarer Absprache.

Aus dem Hebel entsteht oft der Wurf. Viele Würfe im Hapkido werden über das Hebeln eines Gelenks eingeleitet. Der Partner folgt dem Druck auf Handgelenk oder Ellbogen, um den Schmerz zu vermeiden, und landet dabei auf der Matte. Deshalb gehört eine gute Fallschule von Anfang an zum Training.

Nahaufnahme eines Handgelenkhebels, eine Hand dreht das Handgelenk des Partners nach außen Handgelenkhebel nach außen: Aus solchen Hebeln entstehen im Hapkido viele Würfe.

Tritte: das koreanische Erbe

Tritte haben im Hapkido einen hohen Stellenwert, wie in anderen koreanischen Kampfkünsten auch. Die Wikipedia unterscheidet mehrere Ausführungen.

  • Tritte aus dem Stand, etwa gegen Knie oder Körper
  • Tritte vom Boden aus, wenn du bereits liegst
  • Sprungtritte
  • Tritte zum Kopf und gedrehte Varianten, die in den meisten Stilen dazugehören

Ein bekanntes Beispiel ist der Scherentritt, auf Koreanisch Gawi-Chagi.

Nicht alle Richtungen setzen gleich stark auf Tritte. Stile, die sich eng an die Lehre Choi Yong-suls halten, geben hohen Tritten nur eine untergeordnete Rolle. Wer mehr Tritttraining sucht, findet im Taekwondo den Schwerpunkt, wer die Hebel vertiefen will, im japanischen Aikido ähnliche Wurzeln.

Welche Waffen lernt man im Hapkido?

In einigen Stilen kommen Waffentechniken hinzu, meist über feste Bewegungsformen. Fortgeschrittene nutzen sie für die Selbstverteidigung gegen bewaffnete Angriffe.

  1. Danbong, ein Kurzstock von etwa 30 bis 40 Zentimetern
  2. Jungbong, ein mittellanger Stock von etwa 0,8 bis 1,2 Metern
  3. Jangbong, ein Langstock von etwa 1,6 bis 2 Metern
  4. Nibong oder Jipangi, der Spazierstock
  5. Geom, das Schwert, und Buchae, der Fächer

Der Spazierstock ist dabei mehr als eine Kuriosität. Er ist ein Alltagsgegenstand, den viele Menschen ohnehin bei sich haben. Die drei Grundprinzipien Wa, Yu und Hwa und den Weg durch die Gürtel beschreibt unsere Seite zum Hapkido.

FAQ

Ist Hapkido dasselbe wie Aikido?

Nein. Beide stammen aus dem Daitō-ryū Aiki-jūjutsu, Hapkido hat aber deutlich mehr Tritte und Schläge aufgenommen und entwickelte sich in Korea zu einer eigenen Kampfkunst.

Sind Hapkido-Hebel gefährlich?

Richtig trainiert nicht. Hebel werden langsam und in Partnerübungen gelernt, der Partner klopft ab, sobald es unangenehm wird. Das Verletzungsrisiko ist der Grund, warum saubere Technik vor Tempo kommt.

Gibt es im Hapkido Bodenkampf?

Ja, viele Stile üben die Abwehr aus liegender und sitzender Position. Die englische Wikipedia führt das auf den Einfluss des Judo zurück.

Wie viele Techniken hat Hapkido?

Das hängt vom Stil ab. Der Lehrplan gilt als besonders umfangreich, weil Hebel, Würfe, Tritte, Schläge und in manchen Schulen Waffen zusammenkommen.

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