Wichtig! Viele Wohnungstüren lassen sich schon mit körperlicher Gewalt überwinden. Schloss, Zylinder, Schutzbeschlag und Rahmen müssen zusammenpassen.
- Schließ die Tür immer zweifach ab, auch wenn du nur kurz weg bist
- Ohne Zylinderabdeckung darf der Zylinder höchstens 3 mm überstehen
- Für neue Türen empfiehlt die Polizei die Widerstandsklasse RC 2
Viele Wohnungstüren lassen sich laut Polizei schon mit körperlicher Gewalt überwinden, ganz ohne Werkzeug. Für neue Türen empfiehlt sie deshalb die Widerstandsklasse RC 2. Wer die Wohnungstür sichern will, muss trotzdem nicht zwingend neu kaufen. Entscheidend ist, dass Schloss, Zylinder, Schutzbeschlag, Schließblech und Rahmen zusammenpassen, denn der schwächste Teil bestimmt den Schutz.
Gewohnheiten, die nichts kosten
Bevor es um Technik geht, zählt das Verhalten. Die Polizeiliche Kriminalprävention nennt einige Regeln, die sofort wirken.
- Zieh die Tür nie nur ins Schloss, sondern schließ zweifach ab, auch wenn du nur kurz weg bist.
- Versteck den Schlüssel niemals draußen. Einbrecher kennen jedes Versteck.
- Tausch den Schließzylinder sofort aus, wenn ein Schlüssel verloren gegangen ist.
- Lass bei einer Tür mit Glaseinsatz nie den Schlüssel innen stecken.
- Öffne nicht bedenkenlos, nutz Türspion und Sperrbügel.
Eine nur zugezogene Tür lässt sich oft mit einfachen Mitteln öffnen. Erst das Abschließen schiebt den Riegel tief in das Schließblech und macht aus einer Tür, die nur zugefallen ist, ein echtes Hindernis für jeden, der es eilig hat.
Neue Tür: Widerstandsklasse RC 2
Bei Neu- oder Umbau empfiehlt die Polizei geprüfte einbruchhemmende Türen nach DIN EN 1627 mit mindestens RC 2. Solche Türen durchlaufen eine praxisnahe Einbruchprüfung als Ganzes, Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag bilden also eine Einheit ohne Schwachstelle.
Wie bei Fenstern gilt, dass die Klasse nur mit fachgerechtem Einbau wirkt. Lass dir eine Montagebescheinigung geben und achte auf die Kennzeichnung einer laufenden Qualitätsüberwachung. Keller- und Nebeneingangstüren sollten laut Polizei genauso widerstandsfähig sein wie die Haustür, denn Einbrecher nehmen den einfachsten Weg. Kommen sie trotzdem hinein, schützt ein geprüfter und verankerter Tresor in der Wohnung zumindest Schmuck und Dokumente.
Welche Bauteile beim Nachrüsten zählen
Bestehende Türen lassen sich deutlich verbessern, wenn die Teile aufeinander abgestimmt sind. Die Polizei nennt konkrete Normen und Klassen.
| Bauteil | Empfehlung der Polizei |
|---|---|
| Einsteckschloss | DIN 18251, Klasse 4 oder 5, Mehrfachverriegelung ab Klasse 3 |
| Profilzylinder | DIN 18252, Angriffswiderstandsklasse 1, besser 2 mit Bohrschutz |
| Schutzbeschlag | DIN 18257 ab ES 1, am besten mit Zylinderabdeckung |
| Schließblech | verlängert, mehrfach im Mauerwerk verankert, 3 mm stark |
| Türblatt | massiv, zum Beispiel 40 mm Vollholz statt schwacher Füllung |
Ein wichtiges Detail betrifft den Zylinder. Ohne Zylinderabdeckung darf er außen höchstens 3 Millimeter über den Beschlag hinausragen und sollte einen Ziehschutz haben. Steht er weiter vor, kann er abgebrochen oder herausgezogen werden. Eine einfache Schutzrosette bietet laut Polizei nicht denselben Widerstand wie ein geprüfter Schutzbeschlag.
Schutzbeschlag mit Zylinderabdeckung: Er verhindert, dass der Zylinder abgebrochen oder gezogen wird.
Rahmen, Schließblech und Bänder
Das beste Schloss nützt wenig, wenn der Rahmen nachgibt. Die Zarge muss stabil mit dem Mauerwerk verbunden sein. Einbruchhemmende Schließbleche wirken nur bei geringer Falzluft, also dem Spalt zwischen Türflügel und Rahmen auf Schlosshöhe. Er sollte etwa 3 Millimeter betragen, keinesfalls mehr als 5.
Auf der anderen Seite, dort wo die Tür in den Angeln hängt, schützen spezielle Bändersicherungen gegen Aufhebeln. Bei Mehrfachverriegelungen kommt es auf die Bauart an. Hakenriegel greifen tief ins Schließblech, Rollzapfen reichen laut Polizei nicht aus. Nicht die Zahl der Riegel entscheidet, sondern ob Schloss, Schließblech und Rahmen zusammenpassen.
Zusatzschloss, Querriegel und Sperrbügel
Wer nicht das ganze Schloss tauschen will, kann mit Zusatzsicherungen viel erreichen. Drei Varianten sind verbreitet.
- Ein Zusatzschloss mit Sperrbügel verhindert, dass eine spaltbreit geöffnete Tür aufgestoßen wird.
- Ein Querriegelschloss sichert die Tür über die ganze Breite. Laut Polizei ist eine weitere Nachrüstung dann meist nicht nötig, sofern die Schließkästen fest im Mauerwerk verankert sind.
- Ein Weitwinkelspion mit mindestens 180 Grad und eine Beleuchtung vor der Tür, auch per Bewegungsmelder, helfen, Besucher vorher zu erkennen.
Den Sperrbügel solltest du auch benutzen. Die Polizei rät, die Tür nur mit vorgelegtem Bügel zu öffnen. Weitere Maßnahmen rund ums Haus erklären unsere Tipps zum Einbruchschutz, und eine Alarmanlage fürs Haus ergänzt die Mechanik. Ist doch jemand eingedrungen, rät die Polizei zu Rückzug und Notruf, und rechtlich erlaubt die Notwehr bei einem Einbruch nur das mildeste wirksame Mittel.
Was hilft beim Bezahlen?
Für einbruchhemmende Nachrüstungen im Bestand bietet die KfW laut Polizei-Förderübersicht aktuell nur noch einen Kredit aus dem Programm „Altersgerecht Umbauen” an. Einen Zuschuss gibt es dort nicht mehr.
Für den Handwerker kannst du nach § 35a EStG 20 Prozent der Arbeitskosten von der Steuer abziehen, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Die Ermäßigung entfällt, wenn du für dieselbe Maßnahme ein zinsverbilligtes Darlehen nutzt. Den Gesamtblick auf dein Zuhause gibt unsere Seite zur Haussicherheit. Die Fenster als zweite große Schwachstelle behandelt unser Beitrag zum Einbruchschutz am Fenster.
FAQ
Reicht ein neuer Schließzylinder?
Nur, wenn Schloss, Schutzbeschlag und Rahmen mitspielen. Ein Zylinder ohne Schutzbeschlag kann abgebrochen werden, und ein gutes Schloss hält nicht, wenn das Schließblech aus dem Rahmen gehebelt wird.
Darf ich als Mieter die Wohnungstür nachrüsten?
Kläre Eingriffe in Tür und Rahmen vorher mit deinem Vermieter. Viele Zusatzsicherungen lassen sich so montieren, dass sie beim Auszug wieder entfernt werden können.
Was ist mit Brandschutztüren im Mehrfamilienhaus?
An solchen Türen darf nachträglich kaum etwas verändert werden. Die Polizei verweist auf Multifunktionstüren, die Brandschutz und Einbruchhemmung zugleich erfüllen.
Wo finde ich geprüfte Produkte und Fachbetriebe?
Die Polizei führt eine Hersteller- und eine Fachbetriebssuche für geprüfte, zertifizierte Nachrüstprodukte. Eine polizeiliche Beratungsstelle hilft bei der Frage, was zu deiner Tür passt.