Wichtig! In der DTU liegen zehn Kup-Grade zwischen weißem und schwarzem Gürtel. Allein die Mindestzeiten ergeben rund dreieinhalb Jahre.
- Die Wartezeit steigt von zwei Monaten bis auf ein Jahr vor dem 1. Dan
- Unter 15 Jahren gibt es statt Schwarz den rot-schwarzen Poom-Gürtel
- Eine nicht bestandene Kup-Prüfung darfst du nach drei Wochen wiederholen
Im deutschen Taekwondo liegen 10 Schülergrade zwischen dem weißen Anfängergürtel und dem ersten Meistergrad. Welchen Taekwondo-Gürtel du wann tragen darfst, regelt die Prüfungsordnung der Deutschen Taekwondo Union mit festen Mindestzeiten. Zählt man diese Zeiten zusammen, dauert der Weg zum schwarzen Gürtel mindestens rund dreieinhalb Jahre. Die oft genannten zwei bis drei Jahre lassen sich mit den Regeln der DTU nicht erreichen.
Die Gürtel in der Reihenfolge der DTU
Die DTU zählt die Schülergrade abwärts. Du beginnst als 10. Kup mit dem weißen Gürtel, für den es keine Prüfung gibt, und arbeitest dich bis zum 1. Kup vor. Jede Stufe hat eine Mindestzeit, die am Tag nach deiner letzten Graduierung beginnt.
| Grad | Gürtel | Mindestzeit vor der Prüfung |
|---|---|---|
| 10. Kup | Weiß | keine Prüfung |
| 9. Kup | Weiß mit gelbem Streifen | 2 Monate ab Trainingsbeginn |
| 8. Kup | Gelb | 2 Monate |
| 7. Kup | Gelb mit grünem Streifen | 2 Monate |
| 6. Kup | Grün | 2 Monate |
| 5. Kup | Grün mit blauem Streifen | 2 Monate |
| 4. Kup | Blau | 4 Monate |
| 3. Kup | Blau mit rotem oder braunem Streifen | 4 Monate |
| 2. Kup | Rot oder Braun | 6 Monate |
| 1. Kup | Rot oder Braun mit schwarzem Streifen | 6 Monate |
| 1. Poom / 1. Dan | Rot-Schwarz / Schwarz | 1 Jahr |
Die Tabelle folgt den Prüfungsprogrammen der DTU. Ob dein Verein Rot oder Braun vergibt, entscheidet er selbst, die Ordnung lässt beides zu. In der Übersicht zu Beginn der Ordnung ist die Zählung um einen Grad verschoben aufgeführt. Maßgeblich für deine Prüfung ist das Programm, nach dem dein Prüfer abnimmt.
Kup, Poom und Dan: drei Arten von Graden
Hinter den Farben stehen drei Gruppen, die sich nach Alter und Können unterscheiden.
- Kup sind die Schülergrade, gezählt von 10 bis 1, für alle Altersklassen.
- Poom ist der Meistergrad für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren, getragen als rot-schwarzer Gürtel.
- Dan ist der Meistergrad ab 15 Jahren mit schwarzem Gürtel. Die DTU führt den 1. bis 3. Dan als Leistungsgrade, ab dem 4. Dan beginnen die Lehrergrade bis zum 9. Dan.
Wer mit dem 1. Kup fertig ist, legt also je nach Alter eine Poom- oder eine Dan-Prüfung ab. Das Programm ist in beiden Fällen dasselbe. Auch das koreanische Hapkido kennt meist neun Kup- und zehn Dan-Grade, der Vergleich von Hapkido und Taekwondo zeigt aber größere Unterschiede bei Hebeln und Würfen.
Wie lange dauert es bis zum schwarzen Gürtel?
Die Rechnung ergibt sich direkt aus der Tabelle und hat vier Abschnitte.
-
- bis 5. Kup: fünf Prüfungen mit je zwei Monaten Abstand, zusammen zehn Monate
-
- und 3. Kup: je vier Monate, zusammen acht Monate
-
- und 1. Kup: je sechs Monate, zusammen ein Jahr
-
- Poom oder 1. Dan: ein weiteres Jahr Vorbereitung
Ergebnis sind 42 Monate, also dreieinhalb Jahre. Etwas Spielraum gibt es trotzdem. Ab dem 4. Kup und bei allen Dan-Prüfungen toleriert die DTU eine Verkürzung von höchstens 14 Kalendertagen. Über alle Prüfungen summiert, bleibst du damit bei gut drei Jahren und drei Monaten.
Diese Werte sind die Untergrenze, kein Durchschnitt. Erreichbar sind sie nur, wenn du jede Prüfung beim ersten Versuch bestehst und dein Verein zum frühestmöglichen Termin prüft. Prüft dein Verein seltener, wächst der Abstand von selbst. Kürzere Zeiten im Kup-Bereich gibt es nur auf begründeten Antrag des Vereins, etwa bei Kaderathleten.
Für Kinder lohnt ein Blick auf das Alter. Wer mit acht Jahren anfängt und jede Frist ausschöpft, kann mit knapp zwölf Jahren die Prüfung zum 1. Poom ablegen. Den schwarzen Gürtel trägt er trotzdem erst mit 15, denn die Umschreibung in den Dan hängt am Mindestalter und nicht an einer weiteren Prüfung.
Die Kup-Prüfung: was geprüft wird
Bis zum 9. Kup ist das Programm fest vorgegeben. Ab dem 8. Kup besteht jede Prüfung aus einem Basisprogramm, das alle erfüllen müssen, und einem Wahlpflichtteil, aus dem du Fächer auswählst. Das Basisprogramm deckt diese Bereiche ab.
- Technik mit Grundschule und den Formen, im Taekwondo Poomsae genannt
- Zweikampf, zu Beginn als Step- und Pratzensparring
- Bruchtest ab dem 4. Kup mit zwei Einzeltechniken nach eigener Wahl
- Theorie, die mit jedem Grad umfangreicher wird
Bei Jugendlichen unter 15 Jahren ersetzt ein zusätzliches Wahlfach den Bruchtest. Außerdem prüft der Prüfer stichprobenweise das Programm der früheren Grade. Wer die Technik des gelben Gürtels vergessen hat, fällt also auch beim blauen auf. Das gilt auch für die Formen, denn neben der Poomsae deines Prüfungsgrades kann der Prüfer die älteren abfragen.
Der Theorieteil wächst mit jedem Grad. Einige Stationen aus den Prüfungsprogrammen der DTU zeigen, wohin er führt.
- Zum 9. Kup lernst du die koreanischen und deutschen Namen der Techniken, Fußstellungen und Kommandos.
- Zum 6. Kup kommt das Notwehrrecht in Grundzügen hinzu.
- Zum 5. Kup geht es um die geistigen Hintergründe des Taekwondo.
- Zum 1. Kup erklärst du den Aufbau der DTU und deines Landesverbands und zeigst Grundkenntnisse der Trainingslehre.
Wer rechtliche Grenzen der Selbstverteidigung genauer verstehen will, findet sie in unserem Beitrag zur Notwehr nach Paragraf 32.
Klappt es nicht, kannst du eine Kup-Prüfung frühestens nach drei Wochen wiederholen, eine Dan-Prüfung nach drei Monaten. Minderjährige brauchen für Lehrgänge und Prüfungen laut Landesverband NWTU eine schriftliche Einverständniserklärung, die mindestens ein Sorgeberechtigter unterschreibt.
Rot-schwarz: der Gürtel für Kinder
Viele Eltern wundern sich, dass ihr Kind nach der Meisterprüfung keinen schwarzen Gürtel bekommt. Unter 15 Jahren vergibt die DTU den Poom, einen rot-schwarzen Gürtel mit passendem Revers. Die Anforderungen entsprechen denen der Dan-Prüfung. Der Unterschied liegt allein im Alter.
Mit dem Mindestalter lässt sich der Poom ohne erneute technische Prüfung in den entsprechenden Dan umschreiben. Als Datum gilt der Tag der ursprünglichen Poom-Prüfung, die investierte Zeit geht also nicht verloren. Wer mit elf Jahren den 1. Poom besteht, trägt ab 15 den schwarzen Gürtel. Wie andere Sportarten den Weg für Kinder gestalten, zeigt unser Vergleich von Kampfsport für Kinder.
Farben, Streifen und ihre Bedeutung
Laut Wikipedia kannte das frühe Taekwondo nur vier Gürtelfarben. Weiß, Blau, Rot und Schwarz entsprechen den Farben der koreanischen Flagge. Gelb, Grün und Braun kamen später hinzu.
Gelb, Gelb mit grünem Streifen (7. Kup), Grün: Zwischengrade tragen einen Streifen in der Farbe des nächsten Gürtels.
Zu den Farben gibt es eine verbreitete Symbolik, die aber keine Regel der DTU ist. Weiß steht für den unbeschriebenen Anfang, Gelb für die Erde, in der etwas wächst. Grün meint die ersten Triebe, Blau den Himmel und Rot die Sonne als Zeichen von Kraft und Warnung zugleich.
Die Streifen der Zwischengrade haben einen praktischen Grund. Mit ihnen sind kleinere Prüfungsschritte möglich, ohne neue Farben zu erfinden. Im Karate und im Judo wechselt dagegen häufiger die ganze Gürtelfarbe. Beim Kickboxen gibt es mit Orange-Weiß ebenfalls Mischfarben. Was WT und ITF unterscheidet und welche Tritte du zuerst lernst, zeigt unsere Seite zum Taekwondo.
FAQ
Kann ich im Taekwondo einen Gürtel überspringen?
Nein. Jeder Kup-Grad setzt die Prüfung des vorherigen voraus, und die Mindestzeiten gelten für jede Stufe. Kürzer geht es im Kup-Bereich nur auf begründeten Antrag deines Vereins an den Bundesprüfungsreferenten.
Gilt mein Gürtel aus einem anderen Verband in der DTU?
Ein außerhalb der DTU erworbener Kup-Grad wird nicht automatisch übernommen. Du zeigst bei einer regulären Kup-Prüfung stichprobenweise Übungen, und eingetragen wird der Grad, der deinem tatsächlichen Stand entspricht.
Wer darf eine Kup-Prüfung abnehmen?
Nur ein Prüfer mit gültiger Lizenz der DTU. Laut Landesverband NWTU ist die Prüferlizenz eine Jahreslizenz, die jedes Jahr neu beantragt werden muss. Frag im Zweifel deinen Verein, wer bei eurer Prüfung abnimmt.
Kann ich gegen ein Prüfungsergebnis Einspruch einlegen?
Ja, aber nur wegen eines Fehlverhaltens des Prüfers oder eines formellen Mangels. Der Einspruch geht innerhalb von zwei Wochen schriftlich mit Begründung an den Bundesprüfungsreferenten, Filmaufnahmen zählen nicht als Beweis. Solange das Verfahren läuft, darfst du an keiner weiteren Prüfung teilnehmen.