Wichtig! Ein Judogi besteht aus Jacke, Hose und Gürtel und muss widerstandsfähig genug sein, um Grifftechniken standzuhalten. Günstige Modelle reißen nach wenigen Monaten Training.
- Anfänger-Judogis kosten 25 bis 60 Euro, für intensives Training sind 60 bis 120 Euro sinnvoller
- Die IJF schreibt für Wettkämpfe genaue Maße für Jackenbreite, Ärmellänge und Hosenlänge vor
- Judogis schrumpfen in der Wäsche um bis zu 10 Prozent, daher immer eine Nummer größer kaufen
Wer mit Judo anfängt, braucht als erstes einen Judogi. Der erste Kauf überfordert oft: Einzel-Webung, Doppel-Webung, IJF-zertifiziert, Aikido-Schnitt. Dieser Beitrag erklärt die wesentlichen Unterschiede und hilft dir, den richtigen Anzug für deinen Bedarf zu finden.
Welcher Judogi für welchen Zweck
Es gibt drei Kategorien von Judogis, die sich in Materialstärke und Einsatzbereich unterscheiden.
Einzel-Webung (Single-Weave) ist leichter und günstiger. Das Material ist weniger dicht gewebt, was den Gi luftiger und angenehmer macht. Für Anfänger und leichtes Grundtraining ist das die richtige Wahl. Nachteil: Die Griffstabilität leidet, und das Material ist weniger reißfest.
Doppel-Webung (Double-Weave) ist schwerer und robuster. Die dichtere Webung hält Grifftechniken besser stand und hält länger. Fortgeschrittene und Wettkämpfer bevorzugen diese Variante. Der Nachteil ist das höhere Gewicht, das besonders bei langen Trainingseinheiten spürbar wird.
Gold-Weave liegt zwischen beiden. Er ist leichter als die Doppel-Webung, aber robuster als der Einzel-Weave. Viele Kämpfer nutzen ihn als Kompromiss für intensives Training ohne Wettkampfgewicht.
| Typ | Gewicht | Robustheit | Preis | Für wen |
|---|---|---|---|---|
| Einzel-Weave | Leicht | Gering | 25 bis 60 Euro | Anfänger |
| Gold-Weave | Mittel | Mittel | 60 bis 100 Euro | Trainingsalltag |
| Doppel-Weave | Schwer | Hoch | 80 bis 150 Euro | Wettkampf |
Größentabelle und Passform
Judogi-Größen folgen keinem einheitlichen Standard. Hersteller nutzen eigene Tabellen, orientiert an Körpergröße und Körpergewicht. Eine Orientierung:
- 140 (1.40 m): Für Kinder und sehr kleine Erwachsene
- 150 bis 160: Kinder und Jugendliche bis 60 kg
- 170: Erwachsene bis ca. 70 kg und 175 cm
- 180: Standardgröße für Erwachsene bis 85 kg
- 190 und größer: Schwergewichtige Erwachsene
Wichtig: Judogis schrumpfen nach dem ersten Waschen. Die IJF gibt an, dass Baumwollgis bei 30 bis 40 Grad um 5 bis 10 Prozent einlaufen. Kaufe einen halben bis eine ganze Größe größer als deine Körpergröße vermuten lässt, besonders wenn das Material zu 100 Prozent aus Baumwolle besteht.
Polyester-Baumwolle-Mischungen schrumpfen kaum, sind aber beim Judo weniger gut geeignet, da sie sich bei Grifftechniken anders anfühlen.
Material und Webung
Der Standard-Judogi besteht aus 100 Prozent Baumwolle. Das Material ist robust, atmungsaktiv und nimmt Verschleiß durch Würfe und Haltetechniken gut an. Baumwolle wird nach einigen Monaten weicher und passt sich dem Körper an.
Günstigere Gis mit Baumwoll-Polyester-Mischung sind leichter zu pflegen und schrumpfen weniger, fühlen sich aber steifer an. Für Kinder und sehr gelegentliche Trainierende ist das akzeptabel.
Die Jackendicke ist entscheidend. Eine dünne Jacke reißt bei intensivem Grip-Training schnell ein. Am Kragen und den Ärmeln konzentriert sich die Belastung. Prüfe vor dem Kauf, ob die Nähte doppelt oder dreifach verstärkt sind.
Wettkampf: Was erlaubt ist
Die IJF schreibt für internationale Wettkämpfe genaue Maßvorgaben vor. Der Ärmel darf maximal 5 Zentimeter über das Handgelenk reichen, die Hose maximal 5 Zentimeter über den Knöchel. Der Kragen muss mindestens 1 Zentimeter breit sein.
Für Wettkampf sind nur weiße oder blaue Judogis erlaubt. Viele Turniere verlangen einen weißen und einen blauen Gi pro Kämpfer. Sponsor-Logos und Aufnäher unterliegen Größenbeschränkungen.
Für Vereinstraining gelten diese Vorschriften nicht. Die meisten Vereine akzeptieren jeden sauberen, intakten Gi. Frag deinen Trainer, ob der Verein Farbvorschriften hat.
Der Deutsche Judo-Bund (DJB) folgt den IJF-Vorgaben für offizielle Wettkämpfe. Für Nachwuchsturniere gibt es teilweise vereinfachte Regelungen. Die aktuelle Ausrüstungsordnung findest du auf der Website des DJB.
Pflege und Haltbarkeit
Ein gut gepflegter Judogi hält mehrere Jahre. Die wichtigsten Regeln:
Wasche den Gi nach jedem Training. Schweiß und Hautbakterien zersetzen das Gewebe schneller als Reibung. Waschtemperatur 30 bis 40 Grad, nicht höher. Höhere Temperaturen lassen den Gi stärker schrumpfen.
Trockne den Gi im Freien oder in gut belüfteten Räumen, niemals im Trockner. Die Hitze im Trockner schadet dem Gewebe und führt zu starkem Schrumpfen. Aufgehängt trocknet ein Baumwolle-Gi über Nacht.
Überprüfe regelmäßig Kragen, Nähte und Bund auf Verschleiß. Kleine Risse lassen sich nähen. Ein aufgerissener Kragen macht einen Gi im Wettkampf unbrauchbar.
Ein Vergleich mit BJJ-Ausrüstung zeigt: Der Judogi ist dicker und stabiler als ein BJJ-Gi, da die Grifftechniken im Judo intensiver sind.
FAQ
Kann ich einen Karate-Gi für Judo verwenden?
Nein. Karate-Gis sind aus dünnerem Material und für Schlagtechniken konzipiert, nicht für Grifftechniken. Sie reißen beim Judo-Training schnell. Investiere in einen richtigen Judogi, auch wenn du bereits einen Karate-Anzug hast.
Wie viel sollte ich als Anfänger für einen Judogi ausgeben?
30 bis 60 Euro für einen soliden Einzel-Weave sind für den Anfang ausreichend. Günstigere Modelle unter 25 Euro halten intensivem Training selten lange stand. Nach einem Jahr und bei regelmäßigem Training lohnt sich ein robusteres Modell.
Muss mein Kind einen eigenen Gi haben?
Viele Vereine haben Leih-Gis für die ersten Trainingseinheiten. Nach dem ersten Schnupperkurs macht ein eigener Gi Sinn. Für Kinder sind günstige Einzel-Weave-Gis ab 25 Euro völlig ausreichend.
Weiß oder blau: Was ist besser?
Für Training ist das egal. Für Wettkämpfe brauchst du laut IJF-Regeln oft beide Farben, weil die Kämpfer unterschiedlich eingekleidet werden müssen. Als Anfänger reicht ein weißer Gi.
Wie erkenne ich einen guten Judogi?
Prüfe die Nahtqualität am Kragen und den Ärmeln. Dort konzentriert sich die Belastung. Verstärkte Nähte (doppelt oder dreifach) sind ein gutes Zeichen. Das Material sollte sich dicht anfühlen, nicht dünn oder papierartig. Bei IJF-zertifizierten Modellen kannst du von geprüfter Qualität ausgehen.
Brauche ich für Judo noch andere Ausrüstung?
Ein Judogi und ein passender Gürtel reichen für den Anfang. Für Wettkämpfe werden oft Ohrenschützer empfohlen, um Verletzungen am Ohr durch Würgegriffe zu vermeiden. Schienbein- oder Zahnschutz sind beim Judo in der Regel nicht nötig, da Schlagtechniken verboten sind.


